Tempo / Hanomag Hubwagen
1955 bis 1970 

Der Frontantrieb von Tempo begünstigte die skurrilsten Auf (bzw. An-)bauten, da man völlig ohne Rücksicht
auf den
Antrieb eigentlich alles an das Fahrerhaus bzw. den Triebkopf anflanschen konnte....
Bereits 1951 brachte die Firma Ruthmann (in Gescher / Westfalen) die ersten Matador-Ausführungen
auf den Markt, die Lasten vom Erdboden bis in ca. 1,30 Meter Höhe anheben konnten.
Gedacht war die Konstruktion zum einen für sehr schwere Lasten und zum anderen für einen rampen- und
gabelstaplerunabhängigen Einsatz im Speditionsbetrieb (vorrangig mit Rollbehältern).
Ab 1954 bereicherte die Waggon- und Maschinenbau GmbH (Wumag) in Krefeld mit einer ähnlichen Konstruktion
den Markt.  Und schließlich gab's ein paar Jahre später noch die Hubwagen der Firma Eylert.(Wuppertal). 
Selbst die Tempo-Werke versuchten in Zusammenarbeit mit HANOMAG eine eigene Hubwagen-Konstruktion
auf dem Markt für Spezialfahrzeuge zu etablieren.



Ruthmann Niederflur - Hubwagen


Frühe Ausführung des Ruthmann-Hubwagens :
diese Bauart mit dem Führungsrahmen für die Seilzüge war seit Anfang der 50er Jahre für die
Konstruktion von Ruthmann typisch .   Hubhöhe 1,30m, auf Sonderwunsch bis 1,45m.


Es waren insgesamt 15 (!) verschiedene Kombinationen von Aufbaugröße und Nutzlast lieferbar :

Ruthmann-Hubwagen-Varianten

Die Ruthmann-Bedienungsanleitung und der Ersatzteilkatalog vom März 1957
als PDF-Datei zum Ansehen, Ausdrucken, Downloaden etc
: HIER KLICKEN ! 


 Matador E Hubwagen von Ruthmann sind uns bis heute nicht bekannt !

Erst die ab 1967 produzierten Matador E - Nachfolger waren wieder als Ruthmann-Hubwagen erhältlich - in der
Konstruktion deutlich verändert. Hier einer davon, ein Hanomag F 36 als Ruthmann-Niederflur-Hubwagen :



Wumag-Hubwagen Tempo Matador I

Für  nähere Infos bitte anklicken : Tempo-Prospekt von 1957

WUMAG-Hubwagen Erwin Domass
Dieser 1959 an die Hamburger Spedition Erwin Domass gelieferte
WUMAG 1,5 to hatte noch im selben Jahr einen besonderen Einsatz :

Die Boxer Gustav Scholz, Kuddl Schmidt und Gerhard Hecht ließen sich von Erwin Domass "hochleben" !


Oben : WUMAG Hubwagen mit 1,5 Tonnen Nutzlast unterwegs für den Nordwestddeutschen Rundfunk in Hamburg.

WUMAG Hubwagen im Zoo Hannover
Als 1964 die Giraffen im Zoo von Hannover in ihr neu erbautes Domizil umquartiert werden sollten,
benutzte man kurzerhand den WUMAG Hubwagen eines lokalen Spediteurs...


Und hier wird von einem WUMAG-Hubwagen der Firma "Eilboten Schütz" aus Hannover der vorrangige
Verwendungszweck dieses Fahrzeugtyps demonstriert : Transport von Rollbehältern der Deutschen Bundesbahn
Eilboten Schütz
Derselbe Wagen mit anderer Ladung :

Der 1,5 to WUMAG-Hubwagen kostete 1962 DM 16.500,- (soviel wie ein Mercedes-Benz 190 SL - allerdings
mußte ein Tempo WUMAG richtig arbeiten und wurde nicht nur bei Sonnenschein "ausgeführt").

In der Standardversion war der Wagen insgesamt 2,50m breit und konnte Lasten von 1.500 kg
bis auf anderthalb Meter anheben. Die Bereifung : vorne 6.70-15 (extra Transport) und hinten 7,50-20

Originell : die Begrenzungsleuchten am Dach !  Sie waren ein Zugeständnis
an § 51 (1) der  Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung !

Tempo Matador I - Hubwagen von Wumag  heutzutage ?
Uns ist nur dieser eine hier noch bekannt :


Tempo "Athlet" 3 to Hubwagen von WUMAG 

Nähere Details unbekannt ! Wer weiß mehr ?
Insgesamt soll die Firma WUMAG in Krefeld von 1954 bis 1970 Hubwagen mit Nutzlasten
zwischen 1,5 und 3 Tonnen in einer Stückzahl von ca. 600 (!) gefertigt haben !
Neben dem Tempo Athlet gab es auch Hubwagen mit 3 Tonnen Nutzlast
mit UNIMOG-Triebköpfen. Nachfolgend ein Bild eines WUMAG-Unimog von 1959 :
UNIMOG WUMAG



Matador E WUMAG - Hubwagen

Für nähere Infos bitte anklicken :  Hanomag-Prospekt von 1965
1,8 t Hubwagen
Den 1,8 to Hubwagen von WUMAG gab es ab 1964 mit drei verschiedenen Abmessungen der Pritsche :

- 3900 mm X 1580 mm  (18.600,- DM)
- 3900 mm X 1250 mm (18.700,- DM)
- 3200 mm X 1580 mm (18.700,- DM; Abbildung oben)
(mit Dieselmotor jeweils 1.250,- DM Aufpreis)

Neu gegenüber den Vorgängermodellen war beim 1,8 to - WUMAG-Hubwagen der abschaltbare Nebenantrieb !
Vorher lief der immer mit, was natürlich die Lebensdauer der angeschlossenen Aggregate nicht wirklich positiv beeinflußte !


Tempo WUMAG 1964
Kaum zu glauben : obwohl wir seit mehr als zwei Jahrzehnten Unterlagen über den
Matador E sammeln, stellen die beiden hier gezeigten Abbildungen des 1,8 to Hubwagens
bereits unser gesamtes historisches Bildmaterial von diesem Fahrzeugtyp dar !
Hier noch eine Information aus der Hanomag-Tempo-Verkäuferzeitschtschrift kontakt Nr.3/1965 :


Zwei existierende Matador E WUMAG Hubwagen sind uns heute noch bekannt :

unser 1965er Tempo 1,8 to (links) und ein 1966er Hanomag 1,98 to (rechts im Bild)

Die beiden Fahrzeuge sind nicht baugleich : der 1966er verfügt über eine 20cm breitere Pritsche
(geänderte Hinterachs-Konstruktion), so dass nicht mehr zwei zweizeilige Kennzeichen seitlich
an der Pritsche nötig (und möglich !) waren, sondern nur noch ein einzeiliges Kennzeichen an
der Klappe, was allerdings die Kennzeichenbeleuchtung etwas störungsanfälliger machte :


Solche Fahrzeuge will keiner haben...ergo : Viel Spaß für wenig Geld !

Oben auf dem alten Zollhof in Hamburg, unten beim Verladen eines 3m³-Rollbehälters der Deutschen Bundesbahn



Nun zur Tempo-Hanomag-Konstruktion :
Athlet - Hubwagen
3,0 t Hubwagen
Neupreis 1964 : 24 950,- DM mit Benzinmotor
und 26 200,- DM mit Dieselmotor.


Der Athlet-Triebkopf war nicht nur an der zusätzlichen Stoßstange (vom HANOMAG Kurier)
zu erkennen, sondern auch an der größeren Bereifung der Vorderachse (6.50-16 statt 6.70-15)

Die hintere Bereifung hatte die Dimension "7.50x20 eHD Super"
Athlet 3t Hubwagen
Immer wieder schön anzusehen : wird die Ladefläche auf Rampenhöhe gebracht,
sieht das Fahrzeug ein wenig aus wie ein urzeitliches Insekt...
Athlet 3t Hubwagen
Bitte beachten : der 1,8 to Hubwagen wurde von WUMAG in Krefeld gefertigt,
der 3 to Hubwagen ist hingegen eine Tempo / Hanomag - Konstruktion, weshalb es
trotz der äußerst geringen Produktionszahl für den 3 to (man spricht von 16 Exemplaren) sogar
eine eigene Bedienungsanleitung sowie einen separaten Ersatzteilkatalog von Hanomag gegeben hat !
Wenn selbst Hanomag über die eigene Händlerorganisation nicht in der Lage gewesen ist, mehr als sechzehn
Hubwagen mit 3 Tonnen Nutzlast an den Mann zu bringen, ist es nicht verwunderlich, daß die 3 to-Hubwagen
von WUMAG und Eylert ein paar Jahre zuvor Einzelstücke geblieben waren !
.

Bis heute in Hamburg erhalten.....ein in den 1960er Jahren
im Tempo-Werk angefertigtes Modell des Athlet-3 to-Hubwagens :

Die Konstruktions-Abteilung beim Tempo-Werk bestand lediglich aus 25 Personen;
laut Aussagen eines ehemaligen Konstrukteurs lag die Entwicklung des Hubwagens
in den Händen einer einzigen Person !



Eylert-Hubwagen

Ca. 1960 fertigte die Firma Eylert (Wuppertal) einen Hubwagen mit Tempo Athlet-Triebkopf.
Es blieb aber wohl bei einem Einzelstück.
Die von Eylert gefertigten Hubwagen hatten damals üblicherweise Unimog-Triebköpfe.
Erst ab 1967 ging man mit Triebköpfen aus Hamburg-Harburg in Serie :


Eylert 

Hanomag-Henschel Hubwagen aus
Eylert-Produktion
Die Eylert-Niederflurhubwagen  waren in vier verschiedenen Ausführungen lieferbar und zwar als
Hanomag F 35 und F 36 mit jeweils zwei verschiedenen Pritschenlängen (die Breite war stets 1,8 m) :

- Typ 5258 (Hanomag-Henschel F 35; Pritschenlänge 3650 mm oder 4150 mm)

- Typ 5297 (Hanomag-Henschel F 36; Pritschenlänge 4150 mm oder 4600 mm)

Hier der Typ Eylert 5297 in Aktion :

Und hier der Typ 5258 :

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